Freitag, 29. Juni 2007

Marco W. - Nochmal nachdenken

Am Abend des 28. wurde bekannt, daß dem Staatsanwalt von Antalya der Wirbel um den Fall des 17-jährigen Deutschen zu viel wurde. Der Stern berichtet: "Eine Strafkammer im türkischen Antalya verfügte am Donnerstag eine Nachrichtensperre für das Gerichtsverfahren gegen den Schüler." Das ist nun das schlimmste Eingeständnis des Versagens, daß sich die Türkischen Behörden haben leisten können! Neben dem Faktum, daß ein mutmaßlich Unschuldiger ohne jegliche Beweise festgehalten wird, nun auch der Versuch, die freie Berichterstattung einzuschränken! Der Vorgang zeigt eines: Souveränität ist in der Türkei offenbar nach wie vor ein Fremdwort. Wer eine Maßnahme für richtig erachtet - und sei sie noch so unpopulär - kann dies nur mit Kommunikation dem interessierten Publikum erklären. Nicht mit Abblocken, oder Beschneidung der Berichterstattung.

Auch ein erster Kommentar auf mein letztes Post zeigt: Die Fakten werden immer noch nicht zur Kenntnis genommen. Fangen wir also noch mal von vorne an: Marco W. hat in einem TV-Interview freimütig zugegeben, in jener Nacht mit Charlotte einen Orgasmus gehabt zu haben. Es wurden auch Spermaspuren am Mädchen gefunden. Hier gibt es also zwei Möglichkeiten:
  1. Marco hat sich selbt befriedigt (und das Mädchen "besudelt"?)
  2. Charlotte hat ihn befriedigt
Ersterer Fall scheint mir relativ unwahrscheinlich. Wenn ich ein nacktes Mädchen neben mir habe, dann neige ich als Mann mit großer Wahrscheinlichkeit kaum zur Onanie. Mein Eindruck ist, daß die zweite Variante der Wahrheit deutlich näher kommt. Spuren eines Geschlechtsverkehrs konnten am Mädchen aber nicht festgestellt werden. Im nachhinein wurde dann eingeräumt: "Nein, es habe keinen GV gegen." Aha... Mißbrauch sei es trotzdem gewesen. Die Front bröckelt und wird unglaubwürdig.

Nun kann ich mir richtig vorstellen, wie das zwischen Charlottes Mutter und dem Mädchen ablief. Die Mutter bekam von dem Vorfall "Wind", das Mädchen redete sich heraus: "Ich habe es doch gar nicht gewollt!" Die Mutter, in einem Anfall angelsächsicher Prüderie und tiefer Relogiosität, mußte nun ihr eigenes Unvermögen und ihre Ohnmächtigkeit gegen die aufkeimende Sexualität der Tochter kaschieren, in dem sie die Polizei einschaltete. Total unfähig zur Abstraktion und zur Berücksichtigung des Europäischen Kulturkreises, haben Türkische Beamte erst einmal den entsprechenden Tatvorwurf herausgesucht - das nennt sich dann "Sexuelle Mißhandlung" - und dieses als Anklagepunkt formuliert. Fakten: Njet. Nada. Nischt. Nun, am Rande der nervlichen Belastung, versucht man sich Reporter und jegliche Berichterstattung vom Halse zu halten, in dem man sie einfach "verbietet". Na toll... Wahrlich Europäische Werte!

3 Kommentare:

azfrankie hat gesagt…

Am 30. Juni zeigten die SAT1-Nachrichten ein Deutsches Mädchen, daß zur Zeit des Vorfalles auch in Antalya Urlaub machte. Dort lernete Sie Marco und Charlotte kennen (es wurde ein Foto von ihr mit Marco gezeigt). Sie bestätigte, daß Charlotte wirklich wie eine 15/16-jährige wirkt und wohl auch dem Alkohol nicht ganz abhold war :o) Dies eröffnet noch weitere Fragen nach der Aufsichtspflicht ihrer Mutter.

In diesem Zusammenhang kam mir noch ein fataler Gedanke: Daß Engländer nicht durchweg die größten Sympathien für Deutsche hegen, düfte wohl weitgehend bekannt sein. Natürlich - ich spekuliere bloß - doch scheint es mir denkbar, daß die Mutter sich vielleicht auch deswegen so vehement gegen Marco ausspricht, weil er ein Deutscher ist!?

azfrankie hat gesagt…

Die ZDF-Sendung Mona Lisa (1.7.) hat sich gestern auch mit dem Fall beschäftigt. Dabei wurde detailierter skizziert, was in jener Nach eigentlich geschehen sein soll. Demnach war ein anderes Mädchen im Zimmer (wohl auf einem anderen Bett), währned ein drittes Mädchen mit einem anderen Jungen auf dem Balkon war.

Also, das Ganze klingt mir wirklich wie eine Nacht jugendlichen Übermutes, nicht viel mehr. Marco hätte von der Türkischen Polizei gar nicht erst verhaftet und inhaftiert werden dürfen, beim aktuellen Stand der Dinge. Auch hätte man der Mutter nahelegen sollen, ihre Anzeige in England zu stellen (das funktioniert nämlich innerhalb der EU), dann wäre die Geschicht nie so verfahren wie sie jetzt ist. Pfusch auf allen Seiten, und das auf dem Rücken eines 17-jährigen Jungen!

Anonym hat gesagt…

Mich wundert, dass da immer noch welche nach Strafe für Marco schreien.
1.) Hätte das Mädel Jeans und Unterwäsche angehabt, wäre das Sperma gar nicht dahin gekommen, wo es der Museldoktor gefunden haben will.
2.) Wäre ihr Marco gegen ihren Willen an "die Wäsche gegangen", hätten es die anderen Jugendlichen sicher bemerkt und wären eingeschritten.
3.) Wer sich freiwillig nackig neben einen hoch pubertierenden Jungen legt, muß einen vorzeitigen Erguß als Kollateralschaden in Kauf nehmen. (Wenn ich mich mit einer Banane in der Hand an einen Affenkäfig lehne...)
4.) Was da passiert ist, liegt durchaus innerhalb der Gauß'schen Normalverteilung. Nachzulesen hier:http://www.axelspringer
.de/inhalte/pressese/inhalte
/presse/zeitschriften/1093.html
5.) In Spanien, Holland, Österreich, auf Malta oder sogar im Vatikanstaat(!) wäre ihm nichts(!!!) passiert. Steht hier:
http://www.bravo.de/
online/render.php?render=047854 (siehe Link)
Daher hab`ich manchmal den Eindruck, dass einige, die hier " Strafe und Kindesmißbrauch" schreien, in ihrer Jugend einsam Pickel ausdrückten, Statt auf Kellerfeten zu knutschen. Waren sie nicht eingeladen?