Ich glaube, daß die Ablehnung der von Innenminister Schäuble geplanten Online-Untersuchung in der Bevölkerung einhellig ist (was mal wieder die Frage nach dem Zustand unserer Demokratie aufwirft). Ob politisch eher links oder rechts eingestellt, möchte wohl kaum ein Bürger, daß seine Daten von staatlicher Stelle her ausspioniert und verwertet werden. Ob private Korrespondenz, Bilder, Musik, Datentabellen oder sonst etwas... Dies sind private Dinge, und so sollte es auch bleiben! Natürlich ist der Schutz der Bevölkerung vor möglichem islamistischen Terrorismus notwendig, aber nicht auf diese Weise. Ich persönlich hätte nichts gegen solche Schritte in absoluten Einzelfällen, aber was Schäuble zu erreichen versucht, ist der unkritische Zugriff staatlicher Stellen auf jeden PC, der mit dem Internet verbunden ist. So könnte man schnell ins Fadenkreuz von Fahndern kommen, ob man nun etwas fragwürdiges auf seinem System gespeichert hat, oder nicht. Wenn heutzutage schon jede Windows-Version die Möglichkeit anbietet, jedem einzelnen Nutzer eines Computers ein individuelles Profil anzulegen (und somit die Daten der anderer Mit-Nutzer zu schützen), sollte der Staat diesen richtigen Grundgedanken nicht so ohne weiteres aushebeln können. Aber gut, man kann sich ja dagegen zur Wehr setzten! Ich bin leider nur ein normaler Anwender, aber ein paar Grundsätzlichkeitnen zur Sicherheit seines Computers sollte jeder kennen. Ich habe mich allerdings auch schon oft gefragt, wie das ganze überhaupt funktionieren soll. Das Einschleusen von Trojanern usw. dürfte nicht so einfach sein.
Anwendungen/Schutz-Software
Wer eine Verbindung zum Internet hat, sollte grundsätzlich mindestens einen Virenscanner und eine sogenannte Firewall haben. Der Virenscanner schützt dabei vor eindringenden Dateien (z.B. Angriffe auf TCP/IP Port, eMail-Anhänge, usw.), während die Firewall den direkten Zugriff über sogenannt Ports unterbindet. Das Ganze setzt übrigens voraus, daß Sie auf Ihrem System Verzeichnisse freigegeben haben, etwa, weil ein ander Computer im Heimnetzwerk darauf zugreifen soll. Haben Sie keine Verzeichnisse freigegeben, sind die Daten ohnehin noch sicherer geschützt.
Betriebssystem und Dateien
Wer mit Windowes XP/Vista unterwegs ist, sollte sein Betriebssystem so einstellen, daß er alle Updates und Patches automatisch erhält (Einstellungen -> Systemsteuerung -> Sicherheitszenter - Automatische Updates). Dies sollte auf "aktiv" stehen. Eine andere Absicherung wird immer noch viel zu wenig verwendet, nämlich die Verwendung von Kennwörtern in Dateien. Viele Programme lassen es zu, Dateien mit einem solchen Kennwort zu schützen. Nehmen wir also an, Sie haben sensible Firmendaten in einer Excel-Datei, oder einen anzüglichen Liebesbrief, den sonst niemand sehen soll... Auch wenn sich ein Hacker bis in das System vorgearbeitet hat, sind solche Paßwörter in der Regel nicht zu knacken und schützen den sensiblen Inhalt. Sollten Ihnen keine Paßwörter einfallen, so finden Sie hier einen Online-Generator. Aber vorsicht: aufschreiben!
Virenscanner
Es gibt eine Reihe von brauchbaren Virenscannern. Windows XP kommt (glaube ich) standardmäßig mit McAfee, was ich persönlich nicht so mag. Eine Empfehlung kann ich abgeben für AntiVir, die für Privatanwender kostenlos ist. Die Software gibt's hier: http://www.free-av.de/. Ich verwende diese schon seit drei Jahren, und es wurden schon div. Angriffe aus dem Internet erfolgreich abgewehrt.
Firewall
Zur Auswahl der Firewall gib es natürlich die unter Windowx XP/Vista standardmäßig mitgelieferte Firewall. Diese ist in jedem Fall besser, als gar keine!
Rootkits
Eine relativ neue Bedrohung aus dem Internet sind sogenannte Rootkits. Diese verstecken sich in verschiedensten Daten, verändern Programmcodes und öffnen so Hintertüren zum Ausspähen eines PC Systems. Das oben genannte AntiVir kommt übrigens seit kurzem auch mit einer Rootkit-Suchroutine.
Spy- und Malware
Spy- und Malware holt man sich über Cookies und Websites aus den dunkleren Ecken des Internets. Einen guten Schutz hiergegen bietet das kostenfreie Ad-Aware von Lavasoft. Sie können es hier herunterladen: http://ad-aware.softonic.de/. Je nach Sicherheitsbedürfnis sollte das Programm in einem PC-System täglich bis wöchentlich mit einem System-Scan nach Schädlingen Ausschau halten.
Javascript
Javascript ist ein Programmiersprache, die in Webseiten eingebaut werden kann. Neben ein paar nützlichen Funktionen kann Javascript aber auch üble Exploits auf einem System einschleusen. Hierzu muß man sagen, daß Mozilla Firefox grundsätzlich sicherer ist, als Microsoft's Internet Explorer. Obendrein gibt es für Firefox die Erweiterung NoScript, die es erlaubt, bestimmte Webseiten als vertrauenswürdig einzustufen (und so den Javascript zuzulassen, z.B. für Online-Banking), während die Ausführung von Javascript auf anderen Webseiten unterdrückt werden kann.
Es bleibt letztlich zu vermuten, daß diese gesamte Debatte um die Online-Durchsuchung wohl ein stumpfes Schwert ist und bleibt, vermutlich nie Wirklichkeit werden wird. Zu einen, weil es technisch schwieriger erscheint, als es im Moment öffentlich dargestellt wird (siehe o.g. Sicherheitshinweise), zum anderen, weil es eine breite politische Front gibt, und auch diverse verfassungsrechtliche Bedenken angebracht scheinen. Die Debatte vermittelt den Eindruck, daß Innenminister Schäuble das Thema in erster Linie dazu nutzen will, im Falle eines terroristischen Anschlags in Deutschland einen Persilschein zu haben: Er hat auf die Bedrohung aufmerksam gemacht, insofern könne man ihm keine Vorhaltungen machen, oder gar politische Kosequenzen einfordern. Wir werden sehen, wie sich dieses Thema entwickelt.
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