Freitag, 13. Juli 2007

Wieder die Türkei: Das Schicksal von Mehmet Desde

Am 12.7. berichtete Die ARD-Sendung Monitor von einem weiteren Fall eines in der Türkei inhaftierten Deutschen: Mehmet Desde (dessen Name offensichtlich nicht so prädestiniert ist für die Boulevard-Berichterstattung) sitzt in einem Türkischen Knast, ohne irgendwelche "harte Fakten" gegen ihn. Seine Gerichtsverhandlung war nichts als eine Farce. Desde wurde bedroht, gefoltert und sitzt unter jämmerlichen Bedingungen ein.

Im Juli 2002 fuhr Desde in die Türkei, um der Beisetzung seines Vaters beizuwohnen. Anschließend machte er noch ein paar Tage Urlaub an der Südküste der Türkei, wobei er sich mit dem in Berlin lebenden Journalisten Mehmet Bakir traf. Zu dieser Zeit tauchten in der Region Flugblätter einer "Bolschewistischen Partei Nordkudistan/Türkei" auf, die die Behörden als "türken-feindlich" und gefährlich einstuften. Angeblich soll diese Gruppierung Verbindungen nach Deutschland gehabt haben. Die Ermittlungen begannen. Hierbei stieß man auf Bakis und Desde und verhaftete sie. Die Süddeutsche Zeitung berichtet: "Dass sie beteuerten, weder Terroristen zu sein noch jemals von der Bolschewistischen Partei gehört zu haben, dass Desde sich weigerte, ein vorformuliertes Geständnis zu unterschreiben, stachelte den Ehrgeiz der Beamten nur noch an: Ein Attest von Ärzten der "Stiftung für Menschenrechte" in Izmir stellte hernach Spuren körperlicher und psychischer Folter fest." Desde wurde verurteilt. Selbst der Staatsanwalt sprach sich bei der Verhandlung für die Freilassung von Desde aus, doch drang dies bei Gericht nicht durch. Am 26. Dezember 2006 bestätigte das Oberste Gericht in Ankara das Urteil.

Links zu diesem Post:
Süddeutsche Zeitung: Kein Herz für Mehmet
Café Babel: Zweieinhalb Jahre Hochsicherheitstrakt
Amnesty International: Drohende willkürliche Inhaftierung

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